Am 28. Oktober 2026 fand die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Freiburg e. V. statt. Die Vorsitzende Beatrice Barhofer begrüßte die Mitglieder zu einer gut besuchten Versammlung im Lebenshilfehaus. Vor dem formalen Teil stand die geplante Pflegereform im Mittelpunkt. Geschäftsführer Norbert Köthnig erläuterte, welche Veränderungen der Gesetzentwurf für Familien und die Angebote der Lebenshilfe mit sich bringen könnte. Der bisherige Entlastungsbetrag in Höhe von 131 Euro monatlich soll für Menschen mit Pflegegrad 1 vollständig wegfallen. Für Pflegegrade 2 bis 5 ist ein neues Sozialraumbudget vorgesehen. Es wäre höher als der bisherige Entlastungsbetrag, müsste aber monatlich eingesetzt werden. Nicht genutzte Beträge könnten nach dem Entwurf verfallen.
Auch das bisherige Budget für Verhinderungs und Kurzzeitpflege soll verändert werden. Vorgesehen ist ein niedrigeres Überbrückungsbudget, das vor allem für akute Situationen gedacht ist und nur eingeschränkt für Angebote wie den Familienunterstützenden Dienst genutzt werden könnte. Für Familien könnte es dadurch schwieriger werden, regelmäßige Unterstützung, Gruppen und Kurse, Reisen oder Ferienangebote zu finanzieren. Köthnig machte zugleich deutlich: Das Gesetz ist noch nicht endgültig beschlossen. Die Änderungen sind bislang Teil des Entwurfs der Bundesregierung.
Im anschließenden Jahresbericht blickte Beatrice Barhofer auf die Arbeit des Vereins zurück. Insgesamt zeigte sich ein stabiles Bild bei der Mitgliederentwicklung. Der Verein zählt derzeit 276 aktive Mitglieder. Nach dem Finanzbericht 2024 beantragte Claudia Nock die Entlastung des Vorstands. Die Mitgliederversammlung sprach dem Vorstand daraufhin einstimmig die Entlastung aus.