Was könnte die geplante Pflegereform für Familien und die Angebote der Lebenshilfe bedeuten? Mit dieser Frage begann am 22. September 2026 die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Kreisvereinigung Emmendingen. Daniela Elsäßer und Norbert Köthnig stellten den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) vor und zeigten anhand konkreter Beispiele, welche Folgen er für Familien haben könnte.
Besonders betroffen wären der Familienunterstützende Dienst (FuD), Reisen und Urlaubsangebote (RuU) sowie Gruppen und Kurse (GuK). Nach dem Entwurf soll der bisherige Entlastungsbetrag durch ein Sozialraumbudget ersetzt werden. Menschen mit Pflegegrad 1 hätten darauf keinen Anspruch mehr. In den übrigen Pflegegraden könnten Familien nicht genutzte Beträge nicht mehr wie bisher für spätere Angebote ansparen. Damit könnte es schwieriger werden, regelmäßige Unterstützung, einen Kurs oder eine Reise zu finanzieren. Welche Regelungen am Ende gelten werden, ist noch offen.
Im Jahresbericht blickte der Vorsitzende Franz Schindler auf das Vereinsjahr 2025 zurück. In Erinnerung blieben besonders das Entenrennen in Emmendingen und der Familien-Kaffeenachmittag in Bahlingen. Schindler dankte allen, die sich mit Zeit, Ideen und Spenden für die Lebenshilfe einsetzen. Sein besonderer Dank galt dem Lions Club Emmendingen: Das Entenrennen 2025 brachte einen Erlös von 5.000 Euro für die Lebenshilfe.
Schindler machte deutlich, dass der Verein auch als politische Stimme vor Ort gebraucht wird. Die geplante Pflegereform und der finanzielle Druck auf die kommunalen Haushalte berühren die Teilhabe von Menschen mit Behinderung unmittelbar. Er dankte dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit und rief zur Demonstration für einen starken Sozialstaat am 26. September in Freiburg auf. Anschließend stellte Herr Köthnig den Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2024 vor. Der Verein steht finanziell auf einer soliden Grundlage. Die Mitgliederversammlung entlastete den Vorstand einstimmig.